Lichtenfels - So bunt der Hobby-, Künstler- und Ideenmarkt
auch daherkommt, so grau sind für viele Aussteller manche
Mißtöne, die in diese Veranstaltung einfließen.
Von ungeschickter Planung, hohen Hallenkosten und manch einem
Schildbürgerverhalten ist die Rede. Begleiterscheinungen,
von denen die vielen Besucher am Sonntag nichts mitbekommen
haben dürften. Stein des Anstoßes ist für Veranstalterin
Ramona Tohol von Hobbyevent der Umstand, dass über Jahre
hinweg der Verkaufsoffene Sonntag mit dem Hobby-, und Künstlermarkt
zusammenfiel. Das Ergebnis: Rückläufige Besucherzahlen.
Das, so Tohol, sprach sich herum und sorgte für ein schlechtes
Image.
Verständlich, dass sich die meisten Aussteller gegen
diese „ungeschickte Planung“ aussprechen, die
zur Folge hat, dass durch Attraktionen wie Marktschreier
und Autofrühling in der Innenstadt der Hobbymarkt in
der Stadthalle zu wenig wahrgenommen wird. Zwar fanden die
Hobby-und Künstlermärkte im vergangenen Dezember
und am gestrigen Sonntag ohne eine Konkurrenzveranstaltung
der Aktionsgemeinschaft Treffpunkt Lichtenfels statt, jedoch
schon am 11. November fallen beide Veranstaltungen auf den
selben Tag. Ein Umstand, der in Coburg undenkbar wäre,
wie die Lichtenfelser Ausstellerin Johanna Wagner es sieht.
Sie hofft auf eine künftig bessere Abstimmung zwischen
dem Treffpunkt Lichtenfels, der Stadt und dem Veranstalter.
Auch ein mangelndes Entgegenkommen seitens der Stadt ließ Ramona
Tohol durchblicken. Sie bemängelte die ihrer Meinung
zu hohen Hallenkosten, und dass die Stadt sich den Aufbau
der Stände durch die Aussteller am Vortag auch dann
bezahlen ließe, wenn die Stadthalle an diesem Tag ohnehin
nicht genutzt würde. Hier hofft Ramona Tohol auf mehr
Kulanz.
Fast schon erheiternd wirkt da die Auskunft der Veranstalterin über
eine Auflage der Lichtenfelser Feuerwehr bezüglich der
von allen Ausstellern mitzuführenden Feuerlöscher.
Zwar hängt in der ganzen Stadthalle eine ausreichende
Anzahl an Feuerlöschern, dennoch hätten die Aussteller
sich jeweils einen eigenen zuzulegen.
Doch das schlechte Image scheint Vergangenheit, denn der
Besucherandrang war so groß, dass im Laufe des Tages
noch eine dritte Kasse geöffnet werden musste. Das mag
auch an einem reichen Rahmenprogramm gelegen haben. Wer sich
urlaubsreif fühlte, der konnte an Verlosungen teilnehmen,
an deren Ende drei Tage Wienaufenthalt und ein fünftägiger
Wellness-Urlaub im Salzburger Land winken. Begünstigt
wurde mit dieser Verlosung der evangelische Kindergarten
Vogelnest. Für einen Augenschmaus abseits der Bastelprodukte
sorgten auch mit zwei Showtanz-Auftritten die Damen des TSL,
die in den Formationen Jazz-Dance-Crew und Move and Style
unterhielten. Wem es in erster Linie auf die Kreativität
beim Basteln ankam, der hatte bei den 107 Ausstellern eine
Menge zu bestaunen.
Ganz im Zeichen von Ostern stand der Markt und von kunstvollen
Einfräsungen in ausgeblasenen Eiern, bis hin zu Blumengestecken,
lackierten und unlackierten Laubsägearbeiten, Malereien,
Schmuckarbeiten oder einem Stand für Kinderschminken
waren für die Bastelfreunde dort viele Anregungen auf
Schritt und Tritt zu bekommen. MH